Die Kunst vom Leben und vom Sterben. Die Herzessenz des Tibetischen Buchs vom Leben und vom Sterben

By Gabriele Maass 2 Jahren ago

Freitag, 16.09.2016 / 19:30 – 20:30 / Vortrag 

Sogyal Rinpoche


In der heutigen modernen Welt begreifen viele von uns Leben und Tod nicht als Ganzes. Die Folge ist, dass wir auf dieses Leben fixiert sind und glauben, es sei alles; den Tod hingegen verdrängen und verleugnen wir. Nichts fürchten wir mehr als den Tod – er ist das letzte, womit wir uns beschäftigen möchten.

Die grundlegende Botschaft der buddhistischen Lehren lautet: Wenn wir vorbereitet sind, liegt überwältigende Hoffnung sowohl im Leben als auch im Tod. Für jemanden, der ein klares Verständnis davon hat, was tatsächlich vor sich geht, und sich im Leben gut darauf vorbereitet, wird der Tod zu einer großartigen Chance.

Nur allzu oft sehen wir unsere Sterblichkeit als eine Art von Verlust oder Niederlage und halten das Nachdenken darüber für morbide. Doch wenn wir mit dem Tod ins Reine kommen, kommen wir auch mit dem Leben ins Reine, denn der Tod gleicht einem Spiegel, in dem die wahre Bedeutung des Lebens reflektiert wird.

Mit der Unmittelbarkeit des Todes zu leben drängt uns dazu, unser Leben zu vereinfachen, Prioritäten zu setzen und sinnerfüllt zu leben. Wüssten wir nur, dem Tod zu begegnen, mit Zuversicht und heiterer Gelassenheit, hätten wir die wichtigste Lektion des Lebens gelernt: uns selbst zu begegnen und so mit uns und unserer Menschlichkeit zutiefst ins Reine zu kommen.

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