Das Leben über den Tod hinaus

By Dorothea Reimann 2 Jahren ago

Samstag, 17.09.2016 / 19:45 – 20:45 / Video-Vortrag

Ji Kwang Dae Poep Sa Nim


In der Welt Buddhas, der Weisheit, sind Geburt und Tod nicht zwei. Selbst das Sterben ist nicht der Tod, und am Leben zu sein bedeutet nicht das Gleiche wie zu leben. Man wechselt entsprechend seines eigenen individuellen Karmas von einer Form zur nächsten, Leben nach Leben.

In der Welt der Menschen, die wir mit eigenen Augen sehen, gibt es dagegen Leben und Tod. Daher wollen die Menschen nicht sterben, sondern formen sofort Anhaftungen an alles, was sie durch ihre sechs Sinne wahrnehmen. Es entsteht ein Geist, dessen einzige Absicht es ist, alles, was wahrgenommen wird, zu nehmen, festzuhalten und zu genießen. Gier für den Besitz Anderer entsteht und wird größer, wenn sie nicht befriedigt wird. Der Tod ist deshalb durch Tränen des Leids und des Bedauerns geprägt.

Wenn man lebt, ist es daher weise, Zuflucht zu den drei Juwelen (Buddha, Dharma, Sangha) zu nehmen, ernsthaft zu praktizieren und zu erkennen, dass alle Dharmas unbeständig und ohne Selbstnatur sind. Mit dieser Erkenntnis wird das Leiden bei der Geburt und beim Tod verschwinden, und stattdessen wird die Geburt ein Moment der Freude, und der Tod wird von einer großen Dankbarkeit für die eigene und die Existenz Anderer geprägt sein. Diese Ruhe und Weisheit führen uns ins Nirvana.

Die Geburt kann mit einer kleinen Wolke verglichen werden, die mit dem Tod verschwindet. Aber der Himmel, der selbst ein leerer Raum ist, hat keinerlei Dunkelheit, obwohl er von einer Wolke verdeckt wird. Noch ist er heller, weil die Wolke verschwunden ist.

So wie es ist, ist da nur unermessliches Leben und unendliches, unfassbares Licht.“

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